Abschließende Reflexion

19 Jun

Unsere Exkursion ist nun zu Ende. Wir hatten spannende und lehrreiche Tage, in denen wir viel Neues kennen lernen konnten. Neben den vielen Fachvorträgen von kompetenten Menschen haben wir Einblick in insgesamt fünf verschiedene, niederländische Institutionen bekommen. Um nochmal zu sehen, was wir alles erleben und lernen konnten, hier noch einmal kurz alle unsere Erlebnisse: Wochenablauf Niederlande.

Wir hatten also drei volle Tage mit viel Programm. Für dieses Programm möchten wir uns herzlich bedanken vor allem bei den organisierenden Dozenten: Ranate Horak und Markus Rauterberg. Wir danken für die Organisation der zahlreichen Einrichtungsbesuche, der Unterbringung im Hostel und der Vorträge innerhalb der Hochschulen!

Ohne diese Organisation, die sogar Räume für Besprechungen beinhaltete, hätten wir nicht annähernd so viel sehen und erleben können. Nochmal vielen Dank.

Doch wollen wir auch nicht vergessen den anderen Personen zu danken, die dazu beigetragen haben, dass unsere Fahrt gelungen stattgefunden hat und durchgeführt werden konnte:

  • Die Präsente-Gruppe
  • Blogger-Hilfe
  • Fundraising-Hilfe
  • Spende Volksbank: Spendenübergabe
  • den Vortragenden und Führenden in den Einrichtungen

Vielen lieben Dank!

Advertisements

Beobachtungen von Spannungs- und Möglichkeitsfeldern im Niederländischen FrüBi-System am 7.6. und 8.6. nach gemeinsamer Reflexion der Exkursion

19 Jun

Im Zeitraum vom 6.6.-8.6. besuchten wir verschiedene Einrichtungen für Kinder im Alter von 0-12 Jahren. Die Hospitationen ermöglichten uns Einblicke, die wir in einer gemeinsamen Reflexion am 8.6.  schriftlich festgehalten haben.

 In den Einrichtungen konnten wir nur wenig Dokumentationen  der pädagogischen Arbeit bzw. pädagogischer Prozesse wahrnehmen:

    • In einer Krippen der „Paulus-School“ hing im Eingangsbereich ein Flachbildschirm an der Wand. Abends  beim Abholen der Kinder, können die Eltern durch eine digitale Bildershow den Tag und seine Ereignisse mitverfolgen.
    • Im Kinderdagverblijf De Boerderij in Utrecht beteiligen sich die Eltern durch ein gemeinsames „Tagebuch“ von Erzieherin und Eltern an der Dokumentationsarbeit. Das heißt ErzieherInnen schreiben, ähnlich wie in Deutschland Bildungs-und Lerngeschichten des Kindes in ein Heft und die Eltern bekommen dieses und antworten mit Fragen, Anmerkungen und eigenen Geschichten aus dem familiären Umfeld. Diese geschieht dann in einem regelmäßigen gegenseitigen Wechsel.
    • Regelmäßig werden Evaluationen in den Einrichtungen durchgeführt. Die Einrichtungsleitung des Kinderdagverblijf De Boerderij erzählte uns, dass einmal pro Jahr ein „Inspekteur“ die Einrichtung unter die Lupe nimmt. Dieser Inspekteur beobachtet, führt Gespräche mit Mitarbeiterinnen und prüft Dokumente. Am Ende wird ein Zeugnis ausgestellt in welchem folgende vier Kriterien geprüft und bewertet werden:

1.)  Pädagogische Arbeit

2.)  Elternarbeit

3.)  Sicherheit

4.)  Hygiene

Bei diesen vier Kriterien gibt es jeweils ein bestanden oder nicht-bestanden. Interessant ist, dass die Ergebnisse ins Internet eingestellt werden und somit für alle Eltern öffentlich zugänglich und einsehbar sind.

→ In einer Einrichtung konnte man an einem für die Kinder und Eltern nicht zugänglichen Ort einen Verhaltenskodex für die Erzieherin, im Falle eines Besuches durch eine/n Inspekteur/in, sehen

Eltern werden als „HauptentscheiderInnen“ gesehen. Die familiäre Betreuung spielt für Niederländische Familien eine große Rolle. Die KiTa als Arbeitsmarktinstrument, wird öffentlich, als gesellschaftliche Debatte geführt.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen beispielsweise werden durch ein Elternvertretergremium  sowie ein Trägervertretergremium einheitlich organisiert. Das bedeutet für die Praxis:

o   Einheitliche Bezahlung

o   Einheitlicher Personalschlüssel

o   Schnelle Meldemöglichkeit für Neueinrichtungen

  • Eine interessante kulturelle Gepflogenheit ist außerdem, dass mittags „nur“ ein Sandwich gegessen und abends gemeinsam in der Familie warm gegesssen wird . Für die Institutionelle Betreuung bedeutet dies eine “Entlastung”, da keine oder nur geringe hauswirtschaftliche Tätigkeiten nötig sind.
  • In den Einrichtungen ist uns aufgefallen, dass viel Plastikspielzeug vorhanden ist. Wir fragten uns, ob dies eine bewusste Entscheidung ist und etwa unter dem Aspekt der Sicherheit dem Holzspielzeug (Spreiselgefahr, Gewicht der Materialien, etc.) vorgezogen wird.
  • Die Einrichtungen hatten alle ein Außengelände, teilweise mit Kunstrasen oder Betonboden, jedoch kaum Rasenfläche, die für die Kinder zugänglich sind. Die Kinder haben wenig Möglichkeiten sich außerhalb des Geländes der Einrichtung zu bewegen, dies hat versicherungstechnische Gründe. Die Kinder sind außerhalb der KiTa (Schule) nicht mehr versichert und für das Gelände der KiTa (Schule) werden hohe Sicherheitsauflagen gemacht.
  • In den KiTas ist uns aufgefallen, dass es auffallend oft Kinder- und Erwachsenenfreundliche Sitzgelegenheiten gibt. Die Kinder sitzen auf erhöhten Bänken, sodass Erwachsene auf rückenschonenden Stühlen sitzen können.

Utrecht und Kinder – Räume von und für Kinder in der Stadt

  • Die Gruppe welche die Stadt Utrecht auf ihre Orte für Kinder erforschte, haben folgendes festgestellt:
    •  Keine „Ecken“ zum Spielen
    •  Keine Einzelspielgeräte
    •  Keine sichtbaren Spielzeuge oder Materialien im  Kinderwagen

Der Platz für das Kind auf dem Rad  scheint wenig sicher, definitiv ohne Helm und ohne den ernsthaften Versuch, einen solchen verpflichtend einzuführen –

Das ist erstaunlich, da die Niederländer viel Wert auf Sicherheit legen, so scheinen sie jedoch in diesem Fall eine große Ausnahme zu machen.

Wir konnten diverse Möglichkeiten beobachten, wie  Kinder auf dem Rad transportiert werden.

Ein sehr schmaler Gang führte in der Innenstadt zu einem Hinterhof auf dem eine Art Spielplatz zu finden war, jedoch war dieser sehr versteckt.

Es wurden nur wenig reine „Kindersachenläden“ ausfindig gemacht. Außerdem waren trotz des Müttertages (Mittwoch) viele Väter mit ihren Kindern unterwegs. Punkt halb zwei (aber auch schon um 12) kommen die Kinder „aus den Gassen“.  Dass allgemein wenig Kindergruppen unterwegs sind, liegt an der bereits erwähnten Versicherungs- und Personalplanung.

Sonstiges:

  • Uns ist aufgefallen, dass in den Niederlanden die Menschen scheinbar ein anderes Verhältnis zu Medien haben. Insbesondere  Fernseh-Geräte waren gehäuft in den Einrichtungen für Kinder vorzufinden. In manchen Einrichtungen ist die tägliche „Fernseh-Zeit“ ein fester Bestandteil in deren KiTa-Alltag.

Eine KiTa ist ein Unternehmen – so scheint uns die Sichtweise in Holland. Eltern kaufen sich Dienstleistungen, vergleichbar mit unserem Pflegesystem. Die Eltern sind Kunden bei den Trägern und andersherum. Also beide „Parteien“ profitieren sozusagen voneinander. Ohne den „Kauf“ der Dienstleistung durch die Eltern bekommen die Träger kein Geld und ohne das Angebot der Träger bekommen die Eltern keine Betreuung.

Wir haben uns gefragt, ob hier nicht eine ehrlichere gesellschaftliche Debatte geführt wird, als beispielsweise in Deutschland. In Deutschland scheint sich viel in Bewegung gesetzt zu haben aufgrund des PISA-Schocks. Die Niederländer schneiden im Vergleich mit Platz 2, nach Finnland im internationalen Ranking ab.

PISA ist hier kein Thema. KiTas, also Einrichtungen für die 0-4 jährigen  gewinnen nur an Bedeutung angesichts der Arbeitsmarktnotwendigkeit. Die

Ganztagesschule muss Aufenthaltszeiten (vergleichbar mit Hort/ Kernzeitbetreuung) garantieren.

Es scheint viele Angebote zu geben, aber Konzeptionen konnten wir leider nicht viele entdecken.

Bildungssystem in den Niederlanden

19 Jun

In den Niederlanden ist die Familie die wichtigste Betreuungsumgebung für Kinder . Wird ein Kind in eine Familie geboren, geht die Mutter gewöhnlich bald wieder arbeiten, jedoch nur Teilzeit. Das bedeutet meist, dass sie zwei, drei oder vier ganze Tage arbeitet und den Rest der Arbeitswoche frei hat. Dies steht im Gegensatz zu dem deutschen Verständnis von Teilzeit, wo dann jeden Tag eine gewisse Stundenzahl gearbeitet wird (zum Beispiel vormittags oder nachmittags). Im Arbeitsleben und dem Schulsystem ist es unabhängig davon auch üblich, dass Mittwochs und teilweise auch Freitags kürzer gearbeitet wird.

Dadurch konnten wir beobachten, dass am Mittwochnachmittag mehr Kinder mit ihren Eltern auf der Straße waren, als an den anderen Wochentagen. Dieses Phänomen wurde uns als „Mama-Tag“ beschrieben und scheint eine wichtige Tradition zu sein. Ebenso gibt es einen „Papa-Tag“: am Freitag holen vermehrt Väter ihre Kinder von den Betreuungsstellen (Kindergarten, Playgroup, Pre-School und Schule) ab, oft auch früher als sonst, um mit ihnen den Nachmittag zu verbringen.

Die gemeinsame Familienzeit wird als wichtiges Element gesehen und genutzt, so dass sie die kleinen Kinder (zwischen null und vier) nicht in die Einrichtungen bringen, wenn ein Elternteil zu Hause ist. Dadurch wird die Betreuungsstruktur innerhalb der Einrichtungen eine andere, als wir sie von Deutschland kennen: da die Mütter oft teilzeit arbeiten, sind die Kinder nur an den entsprechenden Tagen in den Betreuungsinstitutionen (etwa montags, dienstags und donnerstags). Es ist unüblich, dass kleine Kinder die ganze Arbeitswoche in der Institution betreut werden.

Genauso arbeiten auch die pädagogischen Fachkräfte oft nur Teilzeit und sind so nicht jeden Tag in den Einrichtungen. Dadurch wechseln die Bezugspersonen und Freunde der Kinder in den Einrichtungen je nach Wochentag. Jedoch wird der gesetzlich vorgeschriebene Betreuungsschlüssel, immer eingehalten: 1:4 bei Säuglingen, 1:6 bei Kindern zwischen einem und vier Jahren und 1:10 bei Hortkindern. Auch die Gruppengrößen sind gesetzlich festgesetzt auf 12 Kinder pro Gruppe unter einem Jahr, 16 Kinder pro Gruppe für Kinder zwischen eins und vier und 20 Kinder in den „Schulgruppen“.

Kurzer Überblick über das Schulsystem

Zwar beginnt die Schulpflicht der Kinder erst mit fünf Jahren, dennoch gehen viele Kinder bereits mit vier Jahren in die erste Stufe der Schule: Gruppe 1 (Primary School). In den ersten zwei Gruppen lernen die Kinder nach dem Prinzip: „Learning by playing“, das bedeutet, dass sie neben einzelnen Unterrichtsstunden viel spielen und erleben können. Ab der Gruppe 3 (vergleichbar mit der 1. Klasse in Deutschland) spielen die verschiedenen Bildungsbereiche wie Mathematik, Sprache (Lesen und Schreiben), Geschichte, Naturwissenschaften usw. eine wichtigere Rolle als das kindliche Spiel. Hier beginnt das Curriculum der Niederlande, das durch die Politik gefördert wird. Großer Wert wird dabei auf den kognitiven Stand der Kinder gelegt, der in regelmäßigen Abständen durch landesweite Tests zweimal im Jahr überprüft wird. Nach der achten Gruppe (also mit etwa 12 Jahren) müssen alle Kinder den Cito-Test machen, der dann Grundlage für die Empfehlung von weiterbildenden Schulen (Secundary School) ist.

Primary Education Secundary Education Tertiair Education
Primary School Vmbo (4 Jahre lang)/ Mbo (3 Jahre lang) Hbo
(4 bis 12 Jahre) Havo (5 Jahre lang) Hbo
Vwo (6 Jahre lang) Un oder Hbo

Vmbo: = voorbereidend middelbaar beroepsonderwijs (vierjähriger berufsvorbereitender Sekundarunterricht)

Havo: = hoger algemeen voorbereidend onderwijs (höhere allgemeinbildender Ausbildungsgang)

Vwo: = voorbereidend wetenschappelijk onderwijs (vor-universitärer Bildungsgang)

Hbo: = hoger Beroepsonderwijs (etwa wie unsere Fachhochschule)

Un: = Universiteit (Universität)

Die Schulpflicht endet, wenn das Kind mindestens 12 Jahre in der Schule gebildet wurde. Dabei ist es möglich, durch die einzelnen Schulsysteme zu wechseln. Das bedeutet, wenn ein Kind eine Empfehlung für die Vmbo hat, kann es anschließend in die Havo wechseln und so weiter, wodurch alle eine Chance auf einen universitären Abschluss haben. Allerdings braucht das mehr Zeit, da oft Klassenstufen wiederholt werden müssen.

Betreuung der Jüngsten

Betrachtet man das niederländische Betreuungssystem für die nicht-schulpflichtigen Kinder, also Kinder zwischen Null und vier Jahren, dann stellt man fest, dass es (auch durch politische Vorgaben und Gesetze) unterschiedliche Strukturen aufweist.

In den Niederlanden gibt es verschiedene Möglichkeiten kleinere Kinder betreuen zu lassen. Alternativ können Kinder auch in eine Kita (kinderopvang oder kinderdagverblijf) gehen. Allerdings haben nur arbeitenden Eltern einen Anspruch auf einen Kindertagesstättenplatz. Dort sind die Kinder auch nur, während ihre Eltern arbeiten gehen. Wie schon erwähnt, des öfteren nur an einigen Tagen in der Woche. Für alle andern Kinder, deren Eltern nicht arbeiten gibt es die Möglichkeit in so genannte ´Peuterspeelzale` (Spielgruppen) oder Pre-Schools zu gehen. Das Besondere an diesen Betreuungsmöglichkeiten ist, dass sie nur wenige Stunden und Tage in der Woche geöffnet haben. Meistens zweimal vormittags drei Stunden und zweimal nachmittags für zwei Stunden. Mittwochs bleiben sie aufgrund des “Mamatages” geschlossen. Die Pre-Schools und `Peuterspeelzale` dienen hauptsächlich dazu, dass die Kinder in Kontakt mit anderen Kindern kommen (sozialen Umgang üben), gemeinsam spielen können oder  Sprachförderung stattfinden kann, so dass die Kinder auf die Schule vorbereitet werden.  In diesen Einrichtungen findet man oft Kinder aus Migrantenfamilien  wieder, welche aufgrund fehlender Berufstätigkeit beider Elternteile keinen Zugang zu den kinderopvang haben. Die Peuterspeelzale werden von den Kommunen organisiert und angeboten, betrieben werden sie von freien Trägern.

Durch die fehlende Berufstätigkeit der Eltern hat man in den letzten Jahren erkannt, dass viele Kinder keinen Zugang zu einer Einrichtung haben und so Chancen der frühen Bildung, des niederländischen Spracherwerbs und der Integration verpassen. Dem versucht die Regierung mit staatlichen Programmen (VVE Programmen= Voor- en voreschoolse educatie) entgegen zu steuern.

In den Niederlande sind die Kosten der Kitaplätze einheitlich geregelt. Sie werden zu je einem Drittel von den Eltern, den Arbeitgebern und dem Staat übernommen. Dazu müssen alle Arbeitgeber einen bestimmten Betrag (Pauschale) in einen Fond zahlen. Die Eltern zahlen im Jahr etwa 5.000 €; außer die Eltern verdienen im Jahr mehr als 133.000 € (gesamt), dann müssen die Eltern den vollen Betrag von 15.000 € im Jahr (pro Kind) selber zahlen. Die Dreiteilung der Kosten kann nur in dieser Weise stattfinden, da die Kinderbetreuung als “Element des Arbeitslebens” gesehen wird.

Es wird deutlich, das das Bildungssystem der Niederlande einige Unterschiede zu dem deutschen System aufweist.

Achtung Fahrrad!!!

15 Jun

Kaum angekommen bei unserem Hostel, begegnen uns Menschen, die sich ziemlich schnell fortbewegten- auf Fahrädern…

Dieses Bild sollte uns die gesamte Exkursion über begleiten. Nicht immer ganz ungefährlich, mussten wir uns des öfteren rettend zur Seite hechten, um nicht umgefahren bzw. überfahren zu werden.

Faszinierend war zu beobachten wer sich alles mit einem Fahrrad – dem typischen “Hollandfahrrad” vorwärts bewegt.

Angefangen von Geschäftsfrauen- und Männer, über Eltern mit zum Teil 2-3 Kindern gleichzeitig, oder Musiker mit ihren Instrumenten (z.B. Kontrabass) oder eine Kombi aus Fahrer, “Beifahrer” auf dem Gepäckträger und hinterherziehend ein Koffer.

Morgens auf dem Weg zur Arbeit waren viele Fahrer im Pulk anzutreffen, später auch durchaus alleine. Immer wieder in Gespräche vertieft, Musik hörend, telefonierend, vor sich hinbrausend – all diese Eindrücke zeigten uns immer wieder wie das Leben mit und auf dem Fahrrad stattfindet.

Eine kleine Zahl dazu: auf ungefähr 750.000 Amsterdamer Einwohner kommen eine Million Fahrräder. Gar nicht so unüblich große Parkhäuser für die Fahrräder.

Abfahrt von Utrecht- es geht nach Hause…

11 Jun

Freitag (10.Juni 11) letzter Tag- alles eingepackt, nochmal zusammen gefrühstückt und dann ging es kurz nach 8 Uhr wieder mit “unserem” Bus nach Hause. Schaute man sich im Bus alle Mitreisenden an, so herrschte eine zufriedene und etwas müde Stimmung. Eine spannende Woche in den Niederlanden lag hinter uns.

Krönender Abschluss in Amsterdam (9.Juni 11)

10 Jun

Heute bekamen wir schon ab 7 Uhr Frühstück, damit wir um 8 Uhr gleich Richtung Amsterdam starten konnten. Innerhalb einer guten Stunde hatten wir die VU (Vrije Universiteit) University erreicht, in der wir ab 10.30 Uhr einem interessanten Ethnographie-Vortrag von Dr. Ida Sabelis zuhören konnten.

Sie beschäftigt sich an der Hochschule mit den Themen „Diversity“, „Transnationality / Nationality“ und „Change and Consultancy“ und gab uns eine gute Einführung in den Bereich der Ethnografie, im Besonderen mit faszinierenden praktischen Übungen zum Beobachten mit „explicit awareness“ (≈ vorwissensbewusste Aufmerksamkeit / Achtsamkeit). Anschließend besuchten wir gemeinsam die Mensa der Universität.

Danke an Dr. Ida Sabelis

Nach dem Essen bekamen wir von einer Stadtführerin eine Führung mit unserem Bus durch Amsterdams Altstadt mit anschließender Grachtenfahrt zum Nemo-Museum.

Hierzu einige Details über die Stadt mit den bekannten Merkmalen „Sex, Drugs und treibende Blumenmärkte“ :

  • Amsterdam hat 750000 Einwohner (und eine Million Fahrräder ;)) und ist seit 1800 die Hauptstadt der Niederlande
  • Die Stadt liegt 2-5 m unter dem Meeresspiegel und ist durch die Grachten (= Entwässerungssystem; seit dem 17. Jahrhundert) in 90 „Inseln“ unterteilt
  • Nur 17% der Bewohner von Amsterdam leben in Eigentumswohnungen
  • Auf einen Parkplatz für ein Auto im Altstadtviertel muss man zwischen 5 und 6 Jahren warten, somit wird zusätzlich das Fahrradfahren unterstützt; es gibt auch eigens dafür mehrere Fahrrad-Parkhäuser, die hunderte bis tausende Fahrräder fassen
  • Amsterdam stellt sich gegen die neue Drogenpolitik der Regierung, um illegalen Konsum und Kriminalität vorzubeugen, dabei haben sie die niedrigste Anzahl von Hartdrogenabhängigen in ganz Europa 😉
  • Der „Royal Palace“ wurde im 17. Jahrhundert erbaut und wurde damals als Rathaus genutzt
  • Amsterdam hat etwa 7000 denkmalgeschützte Bauten, die durch ihr Aussehen bestechen

Beim Nemo-Museum handelt es sich um ein Mitmach-Technikmuseum für Kinder und Jugendliche in der Form eines Schiffes, in dem wir bis um 17 Uhr anschauen, zuhören, ausprobieren und mitmachen konnten. Hier sprechen die Bilder für sich…

NEMO-Museum

Der weitere Nachmittag / Abend bis zum Treffpunkt am „Osterdock“ um 22 Uhr und anschließender (erstmals pünktlicher) Abfahrt zurück nach Utrecht stand uns dann zur freien Verfügung. Hier wurde in einzelnen Gruppen die Stadt, hauptsächlich allerdings die Einkaufsstraßen, erkundet.

Und wie immer kam uns die Zeit mal wieder viel zu kurz vor;(….

Trotzdem war es ein erlebnisreicher und wunderschöner, sonniger Tag! Die Niederlande hat einen positiven Eindruck hinterlassen und man hat direkt Lust, wieder einmal dorthin zu kommen… 😉

Paulus-School und Koekoeks-School in Utrecht (8.Juni 11)

10 Jun

Die Ludens-Einrichtung ist ein Träger verschiedener Betreuungseinrichtungen in Utrecht. Die „Paulus School“ beherbergt eine Krippe, eine Schule und einen Hort. Kinder zwischen Null und Zwölf Jahren besuchen je nach Alter die entsprechende Gruppe.

In die „Koekoeks-school“ kommen Kinder im Alter von 4-12 Jahren. Außerdem beherbergt die  Schule verschiedene Hortgruppen.

In der Ludens-Einrichtung wurden wir empfangen von Mitarbeitern des Mutant-Bureaus. Diese führten uns ein in ihre Arbeitswelt. Mutant ist eine Organisation, die Methoden und Trainings (Fortbildungen) für Einrichtungen, Manager/Leiter und pädagogisches Fachpersonal, anbieten. Folgende Merkmale ließen sich für uns anhand der Präsentation festmachen. Mutant legt nach unserem Verständnis Wert auf die Elternarbeit, also die Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischem Fachpersonal und Eltern. Und in diesem Zusammenhang die Kommunikationsförderung zwischen Eltern und pädagogischem Fachpersonal. Außerdem die Förderung der Qualität in Kindertageseinrichtungen und dies alles unter dem Stichpunkt “Partizipation”.